Montag, 16. Oktober 2017

Der perfekte Seelentröster ...

... für alle großen und kleinen Wehwehchen und er eignet sich wohl auch als Bezahlungsmittel für das nationale Einsatzkommando, das Monsieur Koko bräuchte. ;-)

Der Umgang mit Auas und Wehwehchen ist bei den Herren Koko, Knopf und Zwiebale sehr, ich betone SEHR unterschiedlich.

Der süße Knopf bringt regelmäßig von seinen Bauarbeiten im Garten des Kindergartens oder unserer Holzhäufen Schiefer (=Splitter) in der Hand mit. Wenn ich die nicht zufällig entdecke, dann passiert mal lange nichts, bis sie quasi von selbst herauseitern. Wenn mein Mann diese mit der Pinzette herausholt, muss ich dem Knopf zwar die Hand halten, aber ich glaube, er hat sich dieses Verhalten eher von seinem großen Bruder abgeschaut.
Der coole Umgang mit solch kleinen Wehwehchen mag vielleicht an der verminderten Schmerzempfindlichkeit liegen, aber im Grunde ist der Knopf ein eher gelassener Typ.

Ganz anders Monsieur Koko. Es gibt Fotos, die zeigen ihn als zweijährigen Knirps, über und über mit Pflastern beklebt. Er tat sich zwar nie weh, weil er ja motorisch eher vorsichtig unterwegs war (ist), aber zur Dekoration mussten die Pflaster her. Drache Kokosnuss Plaster standen damals hoch im Kurs. Vielleicht ist dieser damalige großzügige Umgang mit nicht notwendigen Pflastern Schuld, aber ich entschuldige mich jetzt schon bei etwaigen Freundinnen des Herrn Kokos. Er ist eine Mimose. Sorry, Mädls, er hat wirklich fantastische Vorzüge, aber er ist der klassische Typ "Männerschnupfen". Ein mikroskopisch kaum wahrnehmbares rotes Pünktchen hat ihm letzthin solche Schmerzen bereitet, dass er gar nicht einschlafen konnte und erst nach liebevollster Zuwendung und Betreuung durch seinen Vater (ich mach da nämlich nicht mit) und Creme, Pflaster und Co. war die Nachtruhe gesichert. Vor ein paar Wochen hatte er tatsächlich mal einen Kratzer an der Hand, der ein wenig blutete. Sein Gejammere war filmreif. Ich fuhr ihn dann schon etwas gereizt an, ob ich jetzt die Rettung oder das nationale Einsatzkommando verständigen sollte und ich schwöre es euch, für kurze Zeit, blitzte es in seinen Augen auf. Aber es war dann doch zu peinlich und er verkroch sich still leidend in sein Zimmer.

Der jüngste in der Runde ist da wieder hart im Nehmen. Ich habe euch doch erzählt, dass er so vor Selbstbewusstsein strotzt (hier nachzulesen) und sich ziemlich oft selbst gratuliert. "Gute Idee, das habe ich gut gemacht, so gute Idee" sind seine Standardsätze. Vor ein paar Tagen kam er mit blutverschmierter Nase zu mir und ich dachte mal wieder an Bruderzwist im Hause H. Aber auf mein Nachfragen meinte s'Zwiebale. "Keine gute Idee. Anton sich gehaut hat. Selber. Auf Nase. Keine gute Idee." Zumindest hat er auch eine realistische Selbsteinschätzung. ;-)
Während ich also sein Gesicht säuberte und das Nasenbluten stillte, kam ein besorgter Knopf daher und streichelte den kleinen Bruder und fragte ganz aufgelöst: "Tonton Aua?". Und der Tonton (alias Zwiebale, alias Anton) antwortete seelenruhig: "Ist nix, Luis, ist nur Blut!"

Egal ob großes oder kleines Aua oder gar keines, diese kleinen süßen Gugl versüßen jeden Alltag. Und sie sind so herrlich praktisch, weil sie in jede noch so kleine Hand passen und schwupps, im Mund verschwunden sind. Man könnte sie auch als Jause in ein schickes Sackerl packen oder mit einem Glas Milch genießen.

Seit Tagen lag schon ein geerntneter Kürbis in der Küche herum, bzw. desssen Reste. Nach unzähligen pikanten Rezepten schlich ich also um das Ding herum und dachte mir immer öfter, mit Zimt müsste der doch auch gut schmecken und da kam dann das Rezept von Zucker, Zimt & Liebe gerade richtig. Ich habe es en bisschen abgewandelt und 72 herrliche Mini-Gugls gebacken. Wer weniger möchte, halbiert bitte einfach die Rezeptangaben.



Kürbis-Mini-Gugls mit Schoko-Chai-Guss
325 g Mehl
200 g brauner Zucker
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 TL Zimt
70 g Butter
225 ml Milch
175 g Kürbispüree (entweder selbst hergestellt oder ratzt fatz aus der Babyabteilung, z.B. von Hipp)
weiße Kuvertüre
Chai-Küsschen Gewürzmischung von Sonnentor

Backrohr auf 175 Grad vorheizen
Mehl, Zucker, Salz, Backpulver, Zimt in einer Rührschüssel vermischen
Butter bei niedriger Temperatur schmelzen
geschmolzene Butter mit Milch und Kürbispüree verquirlen
flüssige Zutaten zu den trockenen geben
kurz mit Kochlöffel oder Teigspachtel vermischen, bis sich alle Zutaten vermengt haben
Teig in Spritzbeutel füllen
in Guglformen (2/3 voll) füllen
15 min backen
auskühlen lassen
Kuvertüre schmelzen, die Gugls darin eintauchen und mit Chai-Küsschen bestreuen (und das ist ein MUSS, ich habe ein paar ohne Schokolade und welche mit Schokolade, aber ohne Chai-Küsschen gemacht. Die schmecken auch gut, aber richtig fantastisch ist die "Vollversion".)





 Meine Vorliebe für die Chai-Küsschen-Mischung von Sonnentor hat sich seit damals nicht geändert und ich bin immer noch ganz begeistert. Vor allem weil die Firma damals so nett war und mir einige Produktproben zuschickten, die allerdings immer noch auf ihren Einsatz am Blog warten.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Ich kann das!

Manche Kinder haben ja ein ziemliches Selbstwertgefühl. Wäre man böse, würde man von Selbstüberschätzung sprechen, aber prinzipiell sind wir ja nicht böse und generell kann man von den Kleinen ja auch ziemlich viel lernen.
Der Bub einer ganz lieben Freundin ist so ein Exemplar mit großem Selbstbewusstsein. Kaum konnte er ein bisschen im Wasser planschen, behauptete er, er könne schwimmen. Er war auch ganz fest davon überzeugt, dass er lesen konnte und war bitterlich enttäuscht, als er mit seiner Kindergartengruppe die Schule besuchte und ihm dort die Viertklässler erklärten, dass er nicht lesen kann. Vermutlich hat er es dann deshalb so schnell gelernt und verschlingt seit dem ersten Schultag Bücher en masse.

Monsieur Koko ist eher selbstkritisch, um nicht zu sagen, ziemlich unsicher. Etwas Neues wird nur unter großem Protest und stundenlangem Zureden ausprobiert, weil er kann es ja nicht. Entdeckt er in Reihe 5 der zu schreibenden Hausübung ein Wort, das er nicht kennt, kann er schon gar nicht mit der Arbeit anfangen, weil er das ja nicht kann. Meine Argumente, dass wir uns dann um dieses Wort kümmern, wenn wir endlich mal in Zeile 5 sind, hört er gar nicht. Stunden später, Weinanfälle vom Koko und Nervenzusammenbrüche von mir, hat er es dann bis zu diesem Wort geschafft und noch viel später dann auch weiter.

Der süße Knopf ist auch eher ein sehr vorsichtiger Knabe, wenn er etwas kann, will er aber dann entsprechende Aufmerksamkeit und Lob und sollte sich diese nicht im richtigen, angemessenen Ausmaß einstellen, klatscht er sich selber Applaus und seitdem er mehr spricht, fordert er diesen Applaus auch ein: "Mama, klatschen! Tonton, klatschen!..."

Unser Jüngster, s'Zwiebale, tanzt da mal wieder aus der Reihe. Mit epochalem Selbstbewusstsein ausgestattet, kann er alles. Er konnte noch nicht mal gehen, aber irgendwo hinauf klettern schon. Er weiß ziemlich genau, was sich gehört und was nicht (zumindest bei den anderen) und erzieht seine großen Brüder fleißig mit. Auch mir hilft er im Haushalt mit typischem Kennerblick. Letzhin habe ich gesaugt und nicht bemerkt, dass der Staubsauger den Teppich verwuzelt hatte. Da tippt das Zwiebale mich an, verschränkt die Arme und meint: "So geht das aber nicht!" Jetzt müsst ihr euch vorstellen, dass er für seine drei Jahre eher klein ist, ein Lockenkopf mit cooler Brille und rundem Bauch. Ich musste so lachen! Weil so geht das aber nicht!
Er weiß auch ganz genau, was er schon alles kann und was er noch lernen muss. Leider gehen da unsere Ansichten etwas auseinander. Vor ein paar Tagen habe ich es wieder versucht und gemeint. "Du solltest jetzt doch mal lernen, aufs Klo zu gehen. Dann bräuchtest Du keine Windel mehr." Seine Antwort. "Das kann ich schon!"Übersetzt heißt das: "Ich war einmal am Klo, habe das Geschäft dort erledigt, für unbequem befunden und benütze weiterhin Windeln!


Wer etwas aber wirklich kann, ist der Kaffeemeister Zenger. (tolle Überleitung, gell? *grins* Aber irgendwie muss ich ja zum süßen Teil dieser Story kommen.) Am Sonntag war Tag des Kaffees und wir haben den Meister Zenger in seiner kleinen Rösterei besucht. Hmm,... herrlich. Monsieur Koko hat sich ganz interessiert die unterschiedlichsten Bohnen angeschaut, 20 Min die Röstmaschine nicht aus den Augen gelassen, um ja nicht den Zeitpunkt zu verpassen, als aus grünen Bohnen braune wurden und dann das Kuchenbüffett gestürmt. Die zwei Kleinen hatten es schon vorher entdeckt und die Wissensvermittlung ausgelassen und sich gleich die Bäuche voll geschlagen.
Ich finde es großartig, wenn Quereinsteiger ihr Hobby zum Beruf machen und wünsche dem sympathischen Kaffeeröster ganz viel Erfolg. Ich als passionierte Teetrinkerin bin durch seinen Kaffee auf den Geschmack gekommen und so gibt es immer wochenends nach dem Mittagessen eine gute Tasse Espresso und "some sweets".
Von der tollen Qualität des Kaffees könnt ihr Euch zum Beispiel am Samstag, 7.10., am Markt in Berndorf überzeugen, bei Via Nova kann man den Kaffee auch shoppen und alle Infos gibt es hier.

Hier seht ihr meine zwei großen kulinarischen Sommerlieben. Espresso und Amaretti morbidi. Ein wahrer Hochgenuss!

Rezept für ca 20-25 weiche Mandelkekse "Amaretti morbidi" (einmal ohne, einmal mit Kaffee)

110 g Zucker
100 g gemahlene Mandeln (ohne Haut)
1 Eiweiß
1/2 EL Mehl (für die glutenfreie Variante: Mandelmehl)
1/2 TL Kartoffelstärke
1/4 Fläschchen Bittelmandelaroma
Prise Salz
Staubzucker
Kaffee (für die Kaffeevariante)

Eiweiß und Salz mit dem Mixer leicht anschlagen, sodass es gerade zu schäumen beginnt und weißlich wird (keinen festen Schnee schlagen!)
Mandeln unterheben
Mehl und Stärke dazu
Zucker dazu
fertig ist die feste, klebrige Masse
Daraus Kugeln formen (Walnussgroß ist zu groß, Haselnuss zu klein, die Mitte gerade richtig)
und auf ein Backpapier belegtes Blech legen
über Nacht ruhen lassen
mit Staubzucker bestäuben
Backrohr auf 100 Grad UMLUFT vorheizen
Amaretti ca 50-60 min backen, das dauert nach Größe und Ofen unterschiedlich lang. Sie sollten noch keine Farbe angenommen haben, leicht weich sein, aber nicht mehr klebrig und sich im ausgekühlten Zustand gut vom Blech lösen lassen.

Für die Kaffeevariante habe ich etwas Il Papa Kaffeepulver dazugegeben. Bitte nach eigenem Geschmack dosieren. ;-)
Esspresso aufbrühen, in die Sonne setzen, Füße hochlagern, Zeitschrift holen, Gestreite der Kinder ignorieren und genießen!!



Auf dem Foto sind die zwei hinteren die mit Kaffee. 




Sonntag, 17. September 2017

Herbstharmonie

Hüstl, es gibt so Tage, die sind vom Wetter her perfekt für ein gutes Buch - gerne auch zum 100. Mal Superwurm vorlesen - eine Tasse Tee und Kuchen. Es regnet draußen, ist kühl, herbstelt so richtig - genau meins!
Und dann ist so ein gemütlich-feiner Tag einfach nur anstrengend, weil die Herren Koko, Knopf und Zwiebale bei der gemütlichen Stimmung nicht mitmachen und speziell Herr Knopf und s'Zwiebale nur in Streitlaune sind und herum sumsen.
Aber Kuchen gab es trotzdem und was für einen!!



Ich weiß wirklich nicht, wie andere Blogger es schaffen, wundervolle Fotos von ihren Backwerken zu machen. Vermutlich wartet da nicht eine hungrige Meute von Kindern. Ich konnte einen Muffin retten ... und das auch nur, weil ich ihn in diesen "Eisenpanzer" steckte. ;-) (siehe Foto oben)

Da drin versteckt sich ein wundervoller Apfel-Zimt-Muffin.


Rezept abgewandelt nach smittenkitchen.com
für ca 11 kleine Muffins

60 g Vollkornmehl
65 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
Prise Salz
1/2 TL Zimt
55 g zimmerwarme Butter
50 g Zucker (weiß)
20 + 20 g brauner Zucker
1 kleines Ei
100 ml Buttermilch
1 großer Apfel

Für die glutenfreie Variante: 60 g Buchweizenmehl, 30 g Maismehl, 30 g Reismehl, 10 g gemahlene Flohsamenschalen, 1/2 TL Johannisbrotkernmehl

Backrohr auf 200 Grad vorheizen
Mehle mit Backpulver, Natron, Zimt, Salz mischen und beiseite stellen
Butter mit Zucker (weiß und 20 g braun) schaumig rühren
Ei dazu mixen, bis sich alles gut verbunden hat
Buttermilch kurz einrühren
Apfel in kleine Stücke schneiden
Mehlmischung und die Apfelstückchen zum restlichen Teig geben
kurz mixen und auf die Förmchen aufteilen
die restlichen 20 g braunen Zucker auf die Muffins verteilen
ca 20 min backen (Stäbchenprobe!!!)
auskühlen lassen (wobei lauwarm schmecken sie auch gut - siehe hungrige Meute, die wartet)





Der braune Zucker obendrauf ist so herrlich knusprig, leicht karamellig und das Haus duftete herrlich nach Zimt und Apfel; ziemlich perfekt. Und Koko und s'Zwiebale waren auch kurz besänftigt und ruhig. :-)

Samstag, 19. August 2017

Ferientage und Kindheitserinnerungen





Ich schwelge gerade im ziemlichen Ferienglück und Sommergenuss. Abgesehen von der Woche Urlaub, wo wir weg waren und die Kinder sich wie die Hottentotten aufführten, haben wir grad echt eine feine Zeit. Tage im Schwimmbad mit Freunden, Spaziergänge, Nachtwanderungen, mittags einen Espresso (ich) und ziemlich oft ein Eis (die Buben), schnelle easy peasy Küche, das Haus voller Kinder, Wassermelone, Grillerei, Zeit bei den Großeltern und Verwandten ... genau so sollen Sommerferien sein! Und für meine deutschen Leserinnen: wir haben 9 (NEUN!!!!) Wochen Sommerferien.
Genau so waren meine Sommerferien als Kind auch. Ein bisschen später, so im späten Teenageralter wurde ich dann flügge und verbrachte die Ferien mit Reisen, zuerst zu Verwandten nach Paris und Neapel, quasi als Einstieg und dann ganz allein mit Conny nach London (2 Wochen lang, der pure Luxus) und mit Tanja Interrail nach Paris, London, Newcastle, Normandie und im Jahr drauf mit Conny nach Italien und Griechenland, mit Stefan mit dem Motorrad nach Florenz und Pisa. 

Und bevor wir die weite Welt erkundeten, war Zelten, ganz allein hoch angesagt! ;-) Der Schrebergarten meiner Eltern bot die perfekten Bedingungen: 1 km von der elterlichen Wohnung entfernt, aber doch mit Infrastruktur (Kloanlage, ein mini-Gartenhäuschen) und die Nachbarsburschen, die uns beim Zeltaufbau halfen und dann auch noch gemeinsam mit uns grillten. was sehnten wir den Zeitpunkt herbei bis wir endlich allein waren und es uns im Zelt gemütlich machen konnten. Da wurde noch Schokolade geknuspert und geplaudert und geträumt, in den buntesten Farben malten wir unser Leben in Metropolen wie New York oder Paris oder London aus (es wurde dann - immerhin eine City - Wels und eine kleinere City - Berndorf). Weit, weit nach Mitternacht schliefen wir ein, ...
... um kurz darauf wieder aufzuwachen. Es regnete. Es schüttete. Unser Zelt war undicht. Triptropf nass machten wir uns irgendwann barfuß (die damals so angesagten Jogging High - alle Kinder der 70er und 80er erinnern sich - waren klitschnass) auf der Straße auf den Heimweg. Ernüchternd.

Im nächsten Jahr wählten wir den Garten von Tanja. Praktischerweise lag die Grünfläche direkt vor dem Wohnblock von Tanja. Wieder knusperten wir Schokolade, Kekse und planten Reisen, plaudeten und lachten. Weit, weit nach Mitternacht schliefen wir ein, ...
... um kurz darauf von Tanjas älterem Bruder mit einem lauten TAGWACHE geweckt zu werden. Der war gerade beim Bundesheer und fand das ziemlich witzig. Wir weniger und somit war mal unsere Zeltkarriere fürs erste beendet. Im nächsten Jahr durften wir nämlich auf Interrail fahren und ich denke, wir hatten das Zelt zwar mit, aber nie gebraucht. Ich weiß noch, dass mein Rucksack 27 Kilo wog und ja, ich war noch mobil. Also vom Bahnhof zur Jugendherberge schaffte ich es. Auch bei den Pfadis (Pfadfindern) wurden wir der Zeltpartie untreu und WiWö Führer und somit Hausschläfer. 
Aber mit Conny wagte ich es wieder - Interrail nach Italien und Griechenland und in Griechenland zelteten wir am Campingplatz. War das wunderschön!

Meinen ersten richtigen Kuss habe ich beim Zelten am Berg bekommen. Das Zelten und ich ... sind also mit ganz vielen wundervollen Erinnerungen verbunden und heuer war es endlich soweit. Monsieur Koko und ich schlugen unser Zelt im Garten auf. Hui, hui, war das aufregend. Wobei mein liebster Ehemann ganz schön aufgeregt ware, uns mit Stirnlampe und guten Tipps ausstattete und der Koko immer nervöser wurde. Aber dann packte ich was zum Knuspern aus, wir kuschelten uns in die Schlafsäcke und plauderten und planten und der Koko war ziemlich bald im Reich der Träume und ich war munter. Ui, ui, so unbequem hatte ich es gar nicht in Erinnerung. Es war steinhart, meine super duper Isomatte irgendwie zu dünn, dabei hatte ich bei den Pfadis doch sogar noch eine dünnere... Na gut, also von rechts nach links gedreht. Ui, ui, am Rücken ging gar nicht. Es ist zu heiß, also Schlafsack auf, es ist zu stickig, also Zelt auf, es wird kühl, ich finde den Reißverschluss vom Schlafsack nicht, der Koko klebt an mir (wir stehen leicht abschüssig), das Zelt ist definitiv zu klein, auf jeden Fall zu kurz, ausstrecken geht nicht, ich finde meinen Kopfpolster nicht mehr - was für ein Luxus! Den gab es früher nicht! Ich finde die Straßenbeleuchtung extrem hell, ich sollte aufs Klo, mag mich aber nicht rausschälen, ich schlafe ein, wache auf, schlafe ein, wache auf.

ABER: der Herr Koko schlummert selig neben mir, kuschelt sich glücklich an micht, lächelt im Halbschlaf und ist am Morgen so, so stolz, dass er sich getraut hat, draußen zu schlafen. Und ich bin gerädert, mir tut jeder Knochen weh, ich bin hundemüde und so, so glücklich. Was für ein schönes Erlebnis, das ich mit dem Koko teilen durfte.

Und was gibt es Schöneres, als so ein Erlebnis mit etwas Süßem zu beschließen? Eine rustikale, unkomplizierte Galette. Wenn man es etwas besser planen würde, könnte man sie sogar ofenwarm vorm Zelt genießen, oder dann halt am Nachmittag. ;-)


Ich habe mir im Urlaub ein Kochbuch gekauft und es gelesen wie ein richtiges Buch. Es ist fantastisch und die Rezepte allein vom Lesen her ein Genuss. (Deb Perelman: Eine kleine Küche in New York. berlin Verlag)
Galette wollte ich schon immer mal machen und habe zwei Rezepte von Deb Perelman kombiniert und natürlich in glutenfrei umgewandelt, damit auch der süße Knopf mit naschen konnte.

Rezept für eine große Beerengalette

für den Teig:
315 g Mehl ( und für die glutenfreie Variante: 100 g Hirsemehl, 200 g Buchweizenmehl, 15 g Kartoffelstärke, 2 TL Flohsamenschalen)
1/2 TL Salz
225 g Butter
120 g griechisches Joghurt (10 % Fett)
80 ml Eiswasser
(im Originalrezept war ein TL Weißweinessig drinnen, den habe ich vergessen, aber es hat auch gut funktioniert)

für die Füllung:
250 g Heidelbeeren
500 g Ribisel
(ergab bei mir 700 g geputzte Früchte)
120 g Zucker
40 g Maisstärke




Mehl (bzw. Mehle) und Salz in einer Schüssel vermischen.
Butter (sehr kalt)  in Stückchen dazugeben
zu einem krümeligen Teig vermischen (Teigmischer, Handmixer, Hände)
Joghurt, Eiswasser (und Essig, wenn man ihn nicht vergisst) dazugeben
kneten bis ein Teig (keine Krümel mehr) entstanden ist
Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen, auch über Nacht ist möglich und dann könnte man fast gleich nach dem Aufstehen den Kuchen genießen. 
Wenn man so wie ich knapp dran ist, tun es auch 30 min im Gefrierfach)

Alle Zutaten der Füllung vermischen.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Teig nach Rastzeit auf einer bemehlten zu einem großen Kreis (Durchmesser ca 40 cm) ausrollen.
Diesen Kreis auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen
Die Früchte auf der Galette verteilen, dabei einen Rand von ca 5 cm frei lassen
Diesen Rand übereinander klappen und falten, so dass diese typische Form der Galette entsteht. Keine Sorge, das muss nicht perfekt aussehen!
Ca 30 - 40 min backe  und dann ganz wichtig, etwa 10 min auskühlen lassen.
Mit Staubzucker bestreuen und servieren. Schmeckt lauwarm wundervoll!


Wie es andere schaffen, die Galette auf einer Servierteller zu bringen, bleibt mir ein Rätsel. Ich habe sie am Blech in Stücke geschnitten und dann auf Tellern serviert. Und wie es andere Blogger schaffen, da noch tolle Fotos zu schießen, bleibt mir auch ein Rätsel. Ich hatte nach 3 Bildern schon die Finger vom kleinen Zwiebale drauf. Länger hätte ich das gute Stück nicht mehr zurückhalten können. ;-)


Tipp: Diese Galette kann auch mit anderen Früchten gebacken werden. Marillen stelle ich mir auch toll vor. Dabei müsst ihr vielleicht ein bisschen mit der Zuckermenge in der Füllung variieren. Ribisel sind ja eher sauer und vertragen diese Menge und der Kuchen ist trotzdem nicht zu süß) Man kann diese Galette auch pikant füllen - z.B. mit Kürbis und Speck oder...

Tanja und Conny und Robert, das ist für Euch in Erinnerung an unsere Zeltnächte. ;-)




Donnerstag, 3. August 2017

Mengenlehre nach Zwiebale



Wir sind komplett im Ferienmodus. Schon die 5. Woche und 4 liegen noch vor uns. Bei diesem Sommer aber wirklich ein Genuss. Die Herren Koko, Knopf und Zwiebale waren anfangs auch tiefenentspannt und spielten harmonisch miteinander. Manchmal habe ich mich innerlich schon gefragt, ob jemand die Kinder ausgetauscht hätte. Kein Streit, keine Hänselei und ich konnte vormittags sogar mal meine Nase in ein Buch hinein stecken!

Dann kam die große Hitze und die Harmonie war nicht mehr so präsent. Vorallem im Freibad, wo wir unsere Tage verbringen ist der Stress groß. "Wasser", brüllt der Eine und will sofort mit Gewand ins kühle Nass. "Wurstsemmel" brüllt der andere und der dritte "Eis". Am besten alles gleich, sofort und in rauen Mengen.

Und s'Zwiebale zählt zwar schon ganz brav fünf, sechs, sieben, acht, neun, aber davor geht es eher so eins, drei, fünf,.... Und beim Essen kennt er sowieso nur zwei Mengen. "Eins" ist ein Stück, "zwei" bedeutet viele! Und nachdem heute der Tag der Wassermelone ist, gab es "zwei" ;-) Wassermelonenkekse!



Einen schönen Sommer wünschen wir!



Donnerstag, 27. April 2017

Singing in the snow...

Dass der April macht was er will, ist ja irgendwie allen bekannt. Regen, Sonne, Hagel, auch ein bisschen Schnee... alles okay - die ständige Reimlektüre mit dem Knopf färbt wohl ab. ;-)

Aber 50 cm Neuschnee innerhalb von 24 Stunden, zweigeschößiges Iglo und Schlittenfahrt ins Café, das gab es noch nie! Monsieur Koko war ziemlich grantig, weil er in die Schule musste, der süße Knopf war ziemlich froh, dass er im Kindergarten sein durfte (der mag den Schnee nicht so gern) und das Z'wiebale war ziemlich selig. Er hatte vormittags den Papa ganz allein und dann ging es noch auf der Rodel (=Schlitten) ins Café.




Nur, um es für alle Ewigkeiten fest zu halten. Das war am 20. April. ZWANZIGSTER!!! Ganz schön verrückt. Das Z'wiebale saß also hinten auf der Rodel und sang lautstark und ich meine wirklich lautstark (das kann er) Popo Meister. Und ehrlich gesagt klang es ziemlich bald nach Popel Meister. Popel Meister, Popel Meister. Zum Glück war bei dem Schneetreiben sonst niemand unterwegs und sonst wäre es mir wohl auch egal gewesen; irgendwann wird man als Mutter ziemlich abgebrüht.

Quietschvergnügt kam er also in Dagmars Greißlerei an. Die Dagmar ist eine ganz Liebe und hat die Greißlerei bei der Schule/Kirche übernommen und liebevollst umgestaltet. (Für alle Berndorfer und Umgebungsleute: man kann hier auch Kaffee trinken und Süßes oder Pikantes essen) Und was ich wirklich genial finde, ist ihre Theke mit bunten Gläsern voller Lutschern, Zuckerln & Zuckerwerk. Und da liegen auch unter einer Glasglocke so riesige Kekse, rund und groß und voller Schokostückchen. Die sind herrlich, obwohl von einer Fabrik hergestellt schmecken sie einfach wundervoll. Und ganz besonders gut bei so einem Schneetreiben.



Der Koko war dann am Nachmittag selig, hat er doch mit seinem Papa und einen Freund das genialste Iglo aller Zeiten gebaut; mit 2. Stock.


Und ich war ziemlich selig, weil ich bei so einem Schneegestöber noch lieber backe und es einfach herrlich finde, wenn es draußen stürmt und schneit und es drinnen so verführerisch duftet.
Und was gibt's Schöneres, als draußen im Schnee an einem riesigen Schokokeks zu knabbern und einen heißen Tee oder einen Kakao zu trinken?



Rezept für 12 Schokocookies
120 g Butter
110 g weißer Zucker
40 g brauner Zucker
1 TL Vanilleessenz
1 Ei
200 g Mehl (plus etwas mehr)
1/2 TL Backpulver
1/4 TL Salz
100 - 120 g Schokodrops (ich habe Schokoflöckchen und backstabile Schokodrops verwendet)

Backrohr auf 180 Grad vorheizen
Butter schmelzen und abkühlen lassen
dann mit beiden Zuckersorten cremig mixen
mit Ei und Vanilleessenz mixen - nur so 10 Sekunden lang
Mehl, Backpulver und Salz dazugeben und kurz mixen, bis die Masse krümelig ist und dann mit den Händen weiterkneten.
Ist der Teig zu patzig-weich, noch etwas Mehl dazu geben
Dann die Schokodrops mit den Händen unterkneten
12 gleich große Stücke zu Kugeln rollen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und leicht flach drücken
9-12 min backen
Ich habe die Kugeln in eine Tarteletteform gedrückt, weil ich wollte, dass alle gleich groß sind. Funktioniert auch mit einem Muffinblech (nur das war zu weit im Kasten drin, deswegen habe meine Kekse jetzt alle einen gewellten Rand)




Die Kekse schmecken extrem gut, sind richtig schön soft und schokoladig. Hmmmm,.... und abends bin ich dann drauf gekommen, warum das Z'wiebale den ganzen Tag so fröhlich vom Popel Meister gesungen hat. Er hat Bob der Meister gemeint. ;-)  Ich erfinde jetzt lieber ein Lied über Keks-Meister ;-)



Donnerstag, 6. April 2017

Schonfrist

Und das Wort gilt mir und nicht den herumhüpfenden Waidtieren. Merkt ihr es auch? Mit beginnender Sommerzeit sind wir wieder mehr draußen und nicht nur kurz im Garten, sondern auch zum Spazierengehen. Bevorzugtes Ziel ist unsere Eisdiele. Und da marschiert man ein Stückchen an der Landstraße entlang und sieht allerlei Fahrzeuge.
Die Geschichte ist jetzt schon ein Jahr alt, aber mir fiel es jetzt grad wieder ein.
Die Herren Koko, Knopf und s'Zwiebale waren letztes Jahr so um die gleiche Zeit mit mir unterwegs zum Eisessen. Der Knopf brüllt aufgeregt Auto, ich wiederhole "Auto". Das Zwiebale brüllt noch aufgeregter Augooole (=Motorrad). Ich wiederhole: "ja genau, ein Motorrad."

Dann gebärdet der Knopf Lastwagen und ich wiederhole "ja, da ist ein Lastwagen" und überlege mir zum hundertsten Mal, ob es nicht einen Weg zur Eisdiele gäbe ohne diese für die Buben überaus interessante und für mich überaus fade Straße.

Da meint Monsieur Koko, nein Mama, das ist kein Lastwagen, das ist ein Sattelschlepper. Und es folgt eine detaillierte Erklärung, die ich mir auch beim zweiten Mal nicht gemerkt habe und jetzt ein Jahr später nicht im Ansatz wieder geben kann. Aber bei Interesse, lässt sich das sicher nachgoogeln. ;-)
Weise Mama wie ich bin, beruhige ich den Koko und erkläre ihm: "Ich sag nur zu allem Lastwagen, weil sonst ist es für die zwei Kleinen zu kompliziert." Monsieur Koko nickt verständnisvoll, ich atme erleichtert auf und dann meint er: "Okay, bis sie fünf sind, kannst Du es so machen, dann sind sie alt genug!"

Ui, ui, der Knopf ist schon fünf, s'Zwiebale wird im Sommer drei, also habe ich nur noch zwei Jahre Schonfrist!

Ich back inzwischen lieber mal eine Runde Kekse, die wir heute nachmittags ganz klassisch mit einem Glas Milch genossen haben.


Das Rezept ist ein ziemliches Zufallsglücksrezept. Ich habe für Weihnachten Linzer Törtchen gebacken und mein bestehendes Rezept in ein glutenfreies verwandelt und festgestellt, dass sich der Teig perfekt ausrollen lässt.

Daher gab es heute ganz gesunde, süße Kekse ;-)

150 g weiche Butter
200 g Zucker
300 g Mehl (für die glutenfreie Version: 200 g Buchweizenmehl, 50 g Reismehl, 50 g Kartoffelstärke, 1 TL gemahl. Flohsamenschalen)
150 g gemahlene Mandeln  (ich verwende immer ohne Haut gemahlene)
2 EL Kakao
1 Ei, 1 Eiweiß
1/4 TL gemahlener Zimt
2-4 EL Milch

Marmelade, Karamellcreme... zum Füllen

Butter schaumig mixen
Zucker, Mehl, Mandeln, Ei, Zimt hinzufügen
alles zu einem festen Teig verkneten
Wenn der Teig zu bröselig ist, etwas Milch hinzufügen
Teig im Kühlschrank mehrere Stunden ruhen lassen oder für 30min in den Gefrierschrank geben.
Teig ausrollen, Kekse ausstechen und je nach Größe der Kekse 7-9 min backen.
Auskühlen lassen
mit Creme oder Marmelade bestreichen und zusammenfügen
Wir haben eine fantastische Karamellcreme verwendet. (die von den Sahne Muh-Muh Zuckerln). Herrlich!